Laktatschwelle

Weniger posten, mehr trainieren!

“Das ist doch nicht mehr gesund.”

Gerade zur Weihnachtszeit trifft man ja eine Menge Leute  (wieder) und verbringt viel Zeit mit seinen Lieben. Ich nenne das mal vereinfacht das “private Umfeld”.

Wenn Du ein Buch, eine Zeitschrift über Training aufschlägst, dann steht dort ständig der Tipp, dass Dein Training und Deine Wettkämpfe mit Deinem privaten Umfeld in Einklang gebracht werden sollten. Selbst im Vorwort der aktuellen tritime (01/2016) erinnert der Chefredakteur daran, die Weihnachtszeit zu nutzen um seine Familie in die Saisonplanung zu integrieren.

In keinem dieser schlauen Artikel steht jedoch, wie du mit damit umgehen sollst, wenn Dir nicht mit Anerkennung sondern Abneigung begegnet wird. Ich hätte nicht gedacht, welche Ausmaße das annehmen kann. Das geht durch alle Schattierungen. Vom direkten Angehörigen bis zur Nachbarin der Cousine des Kindergartenfreunds. “Ist das nicht etwas zu viel?”, “Ich hab gehört, dass man davon ein vergrößertes Herz bekommt und das ist total ungesund.”, “Du machst doch inzwischen nichts anderes mehr.”, “Ich glaube, Eike ist süchtig.”, “Das ist doch nicht mehr normal” etc. pp. Du kannst Dir vorstellen, wie man diese Reihe fortsetzen kann. Ich bin etwas erschrocken darüber. Tatsächlich bekomme ich gefühlt mehr solcher verständnislosen Aussagen ab als etwas wie “Klasse, dass du das machst.”

Über die Gründe für dieses Verhalten kann man nur spekulieren. Sie sind offenbar vielfältig. Ich hab darüber schon hier (Was man sich alles so anhören muss) und hier (Warum macht man Ironman?) geschrieben.

Wie geht man damit also um?

Anfeindungen gegenüber dem Trainingsvolumen mit sachlichen Argumenten zu begegnen ist vermutlich schwer oder mir gelingt es einfach persönlich nicht gut. Wenn ich beim Kaffeetrinken lieber pennen als quatschen möchte, dann kann der 30km-Lauf schon zum Problem werden. Wenn ich aber andererseits die Nacht durchgesoffen hätte, dann würde man mir wohlmöglich noch Tipps geben, wie ich den Kater am besten behandeln sollte. Wenn man dann auch verrät, am Abend noch zwei Stunden auf die Rolle zu gehen, wird endgültig der Kopf verständnislos geschüttelt.

Leider habe ich inzwischen gelernt, dass man sich besser in Verschwiegenheit übt, was sein Trainingspensum angeht oder es zumindest auf Gleichgesinnte beschränkt…

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