Die Organisation einer Sportveranstaltung stellt Vereine regelmäßig vor Bewährungsproben. Niemand ist Profi, trotzdem muss alles auf Profi-Niveau ablaufen. Triathlon-Veranstaltungen sind um ein vielfaches komplexer als der 5km-Volkslauf im Stadtteil. Einfach Start und Ziel aufbauen und eine Würtstchenbude organisieren – sorry, das ist nicht so schwer.

Je mehr Sportarten an einem Tag, desto gefährlicher der mögliche Sprengstoff. Falls du jemals als Helfer einer Triathlon-Veranstaltung auferstehen solltest, hier eine kleine Orientierungshilfe, mit wem du es zutun haben wirst:

1. Typ: “Ne, ist kein Problem, mache ich gerne.”

Dieser Typ ist erst neu dabei, möchte sich in den Verein bestmöglich integrieren. Die erste große Veranstaltung ist optimal. Kein Aufgabe zu schwer oder zu langweilig. Es wird einfach nicht gemeckert.

2. Typ: “Finger weg, ich mach’ das!”

Er hat grundsätzlich alles im Griff- wirklich. Er bewegt schweres Gerät, weiß wo alles steht, wie alles auf- und abgebaut wird. Sollte nur mit zentralen Fragestellung angesprochen werden.

3. Typ: “Ach, ist schon alles fertig?”

Er taucht erst gegen Ende der Veranstaltung auf. Konnte nicht früher, versteht sich. Die Ausrede ist aber auch wirklich gut, sonst würde er sich nicht auf Platz trauen. Da er aber nur sporadisch da ist, weiß dieser Typ überhaupt nicht, was zu tun ist und geht schon nach dem ersten Viertel der Arbeit. Schließlich wäre ja jetzt schon alles fertig.

4. Typ: “Wer seid ihr eigentlich alle?”

Er kennt irgendeinen im Verein und wurde offenbar als Externer “aktiviert”. Kommt sehr früh um zu helfen. Buckelt ordentlich was weg ohne die Sinnfrage zu stellen. Er macht einfach. Irgendwann stellt man sich die Frage, wer das eigentlich ist und irgendwann fragt er sich das auch.

5. Typ: “Das war schon immer so.”

Die alten Hasen machen seit Jahrzehnten den gleichen Job. Darauf ist Verlass. Änderungsanträge, zu recht, unerwünscht, außerdem völlig überflüssig. Man hat sein Gebiet im Griff. Was außerhalb dieses Territoriums passiert, geht ihn allerdings nichts an.

6. Typ: “Läuft doch.”

Der unverbesserliche Optimist sieht keine Probleme aber auch keine Herausforderungen. Nörgler kann er nicht nachvollziehen und fragt sich sowieso, warum sich alle so aufregen.

7. Typ: “Kann ich irgendwo noch was tun?”

Bloss nicht die Hände in die Taschen stecken. Von A nach B laufen, Aufgaben suchen. Beschäftigte ansprechen ob noch was zu tun ist. Dieser Typ ist dankbar für langwierige und zähe Aufgaben, bei denen man nicht viel falsch machen kann und vor allem lange beschäftigt ist.

8. Typ: “Sorry Leute, ich muss …”

Taucht aus dem Nichts auf. Komplett fertig umgezogen. Autoschlüssel schon in der Hand. “Leute, wir sehen uns!” ruft er dir winkend zu, während Du die verstopfte Toilette reparierst.  “Ich hab um drei noch eine Verabredung mit meinem Schwager dritten Grades, die war schon lange klar, kann ich nicht absagen… Ciao!” und weg ist er…

9. Typ: “Lass mal gut sein, ich mach das alleine.”

Er kann es sich nicht anschauen: Ein Bürotiger hantiert mit einem Akkuschrauber. Lebensgefahr! Gut, dass er dazwischengeht und Abhilfe schafft. Ist seit 3:00 Uhr nachts schon auf den Beinen. Hat irgendwie schon überall was gemacht und findet keine Ruhe. Plötzlich taucht er an der Kuchentheke auf, verlangt nach essbarem um wenig später auf der Bierzeltgarnitur einzuschlafen.

10. Typ: “Wie war’s eigentlich?”

Beim Training steht er immer ganz vorne auf der Matte. Feierlichkeiten und Geselligkeit werden gerne mitgenommen aber just an diesem Wochenende, “sorry, das ging wirklich nicht. Ich hatte das schon echt lange geplant und außerdem hab ich vor 13 Jahren schonmal geholfen.”. Pünktlich beim nächsten Training ist er jedoch hochgradig interessiert, schließlich wäre er so gerne dabei gewesen. Um zu helfen, versteht sich.

11. Typ: “…”

Er sagt nicht viel, macht dafür viel. Hält sich aus Diskussionen raus, während er in Seelenruhe vor sich hin bastelt. Plötzlich ist alles fertig auf- und abgebaut und niemand hat eine Ahnung, wie das passiert ist. Der stille Helfer im Hintergrund.

12. Typ: “Hast Du ne Aspirin für mich?”

Der Typ trägt grundsätzlich Sonnenbrille. Um 12 Uhr Mittags bei 30°C glaubt er nicht daran noch weiter durchhalten zu können. Kein Wunder. Er hatte am Tag vorher ein verpflichtendes Saufgelage. Junggesellenabschied, Hochzeit oder eine ähnliche Kategorie. Total stramm und übernächtigt, steht er gähnend in der Ecke, trinkt Wasser und bekämpft seinen Kopfschmerz. Packt an, wo er kann und schwitzt den Alkohol literweise aus. Eine unerlässliche Hilfe!

Welcher Typ bist Du?