Oh Mann, was ziehst Du dir da eigentlich rein? Gesund kann das ja nicht sein.

Das fragte mich neulich ein Kollege beim Anblick von ein paar “Pülverchen”. Nein, kein Koks, Heroin oder Crack. Dann erreichte mich auch noch diese Frage (Stell mir Deine Frage!)

Bist du auch schon mal in Kontakt mit Doping gekommen (wurde dir angeboten o.ä.) und wirst du manchmal mit Dingen wie “Ihr Rennradfahrer seid eh alle gedopt!” angesprochen.

Ich glaube, dass die Mehrheit der ambitionierten Sportler irgendwelche Pülverchen zu Hause rumstehen hat. Das ist aber natürlich kein Doping. Ok, vielleicht hat der ein oder andere auch noch besonderen Hustensaft oder ein Asthmaspray aber das sind sicher die schwarzen Schafe und die besonderen Ausnahmen. In Muckibuden wird sicher neben den obligatorischen Eiweißschakes auch noch gerne mal ganz anderes Zeug eingeworfen, vermute ich. Das sage ich als Spargeltarzan, der Oberschenkel hat, wie andere Unterarme und sich bei so mancher Körperdimension keine natürliche Ursache erklären kann.

Der Optimierungswütige homo oeconomicus versucht ja immer Abkürzungen zu finden. Im Training werden uns tolle zeitsparende Methoden verkauft obwohl da oft gilt, viel hilft viel. Bei der Ernähung oder – Ergänzung kann man aber schnell den Eindruck bekommen, sich hier ohne Leiden einen Vorteil zu verschaffen.

Ernährung ist im Triathlon die 4. Disziplin, hab ich neulich gelesen und die Langdistanzler im Verein betonen auch immer die immense Bedeutung. Man versucht also die Ernährung irgendwie zu optimieren. Sowohl im Wettkampf aber vor allem auch im Alltag / Training. Sei es durch extra Kohlenhydrate, Proteine oder irgendwelche Mineralstoffe. Gehört ein Eiweißshake nun verboten und “äh, was ist nochmal der Unterschied zu Proteinen und Aminosäuren?”

Doping vom Bahnhof

Ganz einfach: Kokain für die Motivation, Heroin gegen die Schmerzen und nach dem Wettkampf oder Training mit einer Tüte oder etwas LSD entspannen. Ob aber ein Junkie einen Marathon oder Ironman durchsteht, bleibt fraglich. Filmtipp dazu. 

Zwischenfazit: Bringt dich tierisch nach vorne aber vermutlich auch nur einmal.

Ergänzungsmittel (legales Zeug)

Wenn ich eine Radtour mache, dann nehme ich meistens Apfelsaftschorle mit. Fertig. Hauptsache, man trinkt was. Wenn ich einen stressigen Tag hatte und deshalb mittags nix oder nur wenig essen konnte, dann muss ich möglichst einfach meine Batterie wieder voll bekommen. Bei einer lockeren Laufrunde unternehme ich aber nix besonderes, esse vielleicht vorher ‘ne Birne oder einen Apfel (Äpfel sind der Hammer!).

Vor oder während des Trainings / Wettkampfs

Vor einem intensiven Training (Intervalle, Tempo und Co.) muss ich aber den Energiespeicher aufladen. Wie gesagt, vorausgesetzt, es gab kein ordentliches Mittagessen. Dann braucht man Kohlenhydrate und Eiweiß um wieder schön Tinte auf dem Füller zu haben. In so einem Fall ist “Buffer” meine bevorzugte Waffe:

Buffer vertrage ich sehr gut (weil kaum Magnesium drin ist 😉 ) und das Zeug schmeckt mir auch gut. Außerdem muss man nicht auch noch extra Eiweiß / Aminosäuren dazu geben, weil das schon alles drin ist. Warum das gut, erkläre ich sicher auch mal irgendwann. Bei längeren Läufen nehme ich das Zeug auch in einem Getränkegurt mit. Im Wettkampf trage ich aber keinen Getränkegurt, da kommt das Zeug nur in die Radflasche.

Gel und Gel-Chips

Zum Mitnehmen habe ich Gel oder Gelchips dabei. Bei langen Trainingseinheiten nehme ich sowas nur für den Notfall mit. Falls ich mal einen Hungerast bekomme sollte. Im Training knall man sich das eigentlich nicht rein. Zum Testen darf man das aber ausnahmsweise machen. Man muss nämlich vorher ausprobieren, ob man die Chemiepampe auch verträgt, sonst passiert sowas.


Ich persönlich mag die Gels von Powerbar. Diese Pampe geht bei mir so leicht runter, dass ich das auch abends auf dem Sofa schlürfen könnte ;-). Bevorzugte Geschmacksrichtung: Vanille

Das Gel des Herstellers von Buffer kann ich gar nicht ab. Da dreht sich bei mir der Magen um und ich könnte direkt ko****. Die Gel-Chips hingegen finde ich echt super:

Die Chips lässt man im Mund zergehen. Dabei wird der Zucker direkt über die Mundschleimhaut aufgenommen. Trinken muss man dann auch nicht extra und ist deshalb auch nicht von den Getränkestationen im Wettkampf abhängig. In der Werbung ist das ein Flux-Kompensator, den man dazuschaltet. In der Praxis habe ich aber noch keine verbrannte Gummispur hinter mir gesehen.

“Iss doch einfach mal ne Banane”

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Diese Gels nehme ich nur bei Wettkämpfen. Das macht man, weil man über “normale” Ernähung gar nicht gut Kalorien zu sich nehmen kann. Eine Banane hat beispielsweise ähnlich viele Kalorien wie so ein Gel von Powerbar. Dein Körper braucht aber knapp 2 Stunden um an die Energie zu gelangen, weil so eine Banane natürlich noch total viel Fasern und was auch immer enthält. Das muss erstmal alles verdaut werden, wohingegen ein Gel die Energie sehr schnell in deinen Blutkreislauf entladen kann. Also: Banane, Apfel und Co. sind eigentlich cool und für eine gesunde Ernährung auch total sinnvoll, weil in so einem Naturprodukt sicher mehr Nährstoffe drin sind als man in einem Labor bisher herausgefunden, geschweige denn synthetisieren konnten. Für den Wettkampf braucht Deine Turbine aber amtliches Kerosin.

Nach dem Training / Wettkampf

Wenn man sich richtig ausgepowert hat und damit meine ich, richtig ausgepowert, dann darf / sollte man seine Energiespeicher so schnell wie möglich wieder auffüllen. Ich hatte lange Probleme mit Erkältungen, weil ich vermutlich den “Open Window Effekt” zum Opfer gefallen bin. Dagegen hilft schnell was gutes also gesundes zu essen und wenn das nicht schnell genug klappt, dann knalle ich mir fix einen Regenerationsdrink rein. Oft genug aber auch einfach nur einen Apfel.

Innerhalb von 20 Minuten nach dem Training sind im Körper alle Ventile offen und er kann super Kohlenhydrate und Eiweiß aufnehmen. Kohlenhydrate um dein Energiedefizit auszugleichen und Eiweiß um mit der Reparatur- und Aufbauarbeit Deiner Zellen zu beginnen.

Ohne gesundes Essen gehts nicht

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Ganz einfach: Viel Gemüse, Obst und Wasser, wenig Fleisch, wenig Zucker, wenig Weizen. 🙂 Du bist schließlich, was Du isst und da ist die Gemüsekiste vom Bauernhof in jedem Fall besser als das Pressfleisch aus der Gefrierabteilung im Supermarkt. Is klar, ne…

Populärwisschenschaftliche Literatur

Das Buch ist gefühlt an zwei Nachmittagen durchgelesen, erklärt aber gut, was in deinem Körper so abgeht. Dr. Feil wird natürlich nicht müde seine eigenen Produkte anzupreisen. Diese massive Eigenwerbung sollte sich meines Erachtens nach etwas im Preis niederschlagen. Hat bei mir , wie man sieht, ja auch ganz gut geklappt :-). Ansonsten gut.