„Machst Du eigentlich jeden Tag Sport? Ich würde das niemals schaffen. Im Fitnessstudio bin ich höchstens einmal in der Woche“. So, oder so ähnlich fangen Gespräche mit mir oft an, wenn Leute hören, dass ich Marathon laufe und Triathlon mache. Dabei stelle ich immer fest, dass fast jeder gerne „mehr Sport“ machen würde. 

Tatsächlich bin auch ich nicht als „Super-Sportler“ auf die Welt gekommen. Ich war sogar über Jahre hinweg absolut unsportlich. Klar war ich mal in einem sündhaft teuren Fitnessstudio, klar war ich ab und zu auch mal Radfahren oder ‘ne Runde laufen. Am Ende war ich aber immer so dermaßen im Eimer, dass ich Tage brauchte um mich zu erholen und mein Enthusiasmus war dahin.

Fakt ist, man steckt sich zu hohe Ziele. „Ab heute, wird alles anderes“, „Jetzt treibe ich endlich regelmäßig Sport, „Ab Januar geh ich wieder ins Fitnessstudio“ usw. Die guten Vorsätze kennt man ja. Beim Rauchen ist das übrigens das gleiche… kenne ich auch, hab ich mal echt sportlich betrieben.

Grund für diese hohen Ziele ist die Annahme, dass man ein Mindestmaß tun müsse, damit es sich überhaupt lohnt. Dieses Mindestmaß stuft man dann zu hoch ein. Man schafft sein Vorhaben vielleicht auch, droht aber zu scheitern, weil man es einfach nicht gewohnt ist. Der Mensch ist hingegen ein Gewohnheitstier und hasst Veränderungen.

Die Kunst ist es, seine Ziele so niedrig wie möglich zu halten, damit man sie in jedem Fall erreichen kann. Schließlich ist das immer noch mehr als überhaupt nichts zu machen. Wenn man also zweimal pro Woche für machbar hält, steckt man sich „einmal pro Woche“ als Ziel. Das kann man schaffen und ein Ziel das du erreichst, motiviert dich weiterzumachen. Wenn du das dann ein paar Wochen durchgezogen hat und dich daran gewöhnt hast, kannst du  vorsichtig das nächste Level angehen. Dabei hilft Zwang nicht. Mir macht Sport inzwischen richtig Spaß. Am Anfang hab ich mich auch vom Sofa quälen müssen. Sport ist heute mein Ausgleich, meine Energiequelle und meine Motivation. Ich möchte also Sport machen, weil es mir gut tut. Das Niveau ist dabei nebensächlich. Quäl dich also nicht, sondern stell den Spaß in den Vordergrund!

Ich selbst hab’ mir sowas auch mal vorgenommen und hab’ dann mehr oder weniger diszipliniert mein Pensum geschafft. Beeindruckt war ich damals von der Aussage eines „Jeden-Tag-Läufers“ der mir sagte: „Wenn man jeden Tag läuft, muss man sich nicht entscheiden, ob man heute rausgeht oder nicht. Man macht es einfach genauso wie man seine Zähne putzt“. Kontinuität ist übrigens einer der wichtigsten Grundsätze im ambitionierten Training…

In meiner Kindheit gab es im Nachbarort eine Schnappsbrennerei mit dem Slogan: „Trink ihm mäßig aber regelmäßig“. Daher mein wohl wichtigster Tipp für Einsteiger:

„mäßig aber regelmäßig“

Los geht’s!