Am Tag meines 35. Geburtstags hab ich mich für den Ironman am 03.07.2016 auf Hawai in Frankfurt angemeldet. Irgendwie war das ein Geburtstagsgeschenk von mir selbst auch wenn das Otto-Normal eher als Strafe ansehen würde. Früher dachte ich, Leute die Ironman machen: haben einen Nagel im Kopf, kein Privatleben, müssen irgendwas kompensieren oder sind einfach total bescheuert.

In meinem Kopf steckt zumindest kein Nagel, psychisch ist hoffentlich auch alles im Lot, ein Privatleben habe ich auch (noch) aber ein bisschen bescheuert muss man schon sein. Viele Ironfrauen und -männer die ich bisher kennengelernt habe sind auch “ganz normale Leute”. Ok, ein bisschen bescheuert muss man schon sein, oder?

Die Distanz bekomme ich noch immer nicht in den Kopf. Marathon, ok. 180km Radfahren, ok, bekomme ich auch irgendwie hin, glaub ich. Knapp 4km Schwimmen ist schon eher herausfordernd. Wer meine Schwimmqualitäten kennt, macht sich wohl sorgen oder schüttelt hinter meinem Rücken nur den Kopf. Alles zusammen und vor allem nacheinander an einem Tag, eine echte Herausforderung. Praktisch täglich trainieren, Rückschläge kassieren, zweifeln, sich tonnenweise Sprüche anhöhren und trotzdem weitermachen, sich oft quälen, oft fragen, warum man das eigentlich macht aber viel öfter auch Spaß haben.

Es ist schon schwer, zu verstehen, was im Kopf so los ist. Machmal mache ich mir Sorgen, mich dabei zu übernehmen, zu scheitern aber bekloppterweise freue mich total darauf. Wenn man Bergsteiger fragt, warum sie auf den Gipfel steigen, sagen viele: “weil er da ist”. Den Ironman macht ein Triathlet, weil es der Ironman ist. Ich sehe das zumindest so. Triathlon ist Langdistanz, so wie Laufen gleich Marathon ist.

42,195km, dafür schlägt mein Herz. Laufen ist so einfach – auf das wesentliche reduziert. Kein Equipment-Schnick-Schnack. Nur deine Beine, die Strecke und die Uhr. Dieses simple System optimal zu beherrschen ist eine ganz spezielle Herausforderung. Alles andere da draußen ist tausendmal komplizierter. Triathlon ist ähnlich einfach aber im Vergleich zum Marathon doch deutlich komplexer. Allein die Trainingsplanung ist sehr komplex, wenn man sich systematisch vorbereiten will. Irgendwie schafft man das schon. das denke ich. Die wahre Herausforderung dabei ist vielleicht gar nicht mal der Wettkampf selbst – das monatelange Training musst du aber Tag für Tag auf die Reihe bekommen.

Wenn ich mal “Opa 80” bin und in irgendeinem Krankenhaus wegen irgendwas kardiovaskulärem liege, dann sollen sich meine Enkel keine Sorgen machen.

“Opa packt das schon, der hat früher Ironman gemacht”.

Arschbacken zusammenkneifen! Das zieh ich jetzt einfach mal durch.