Laktatschwelle

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Wie kommt man auf’s Treppchen? Volkslauf Druffel – Wettkampfbericht

Du kannst wie bekloppt trainieren um bessere Platzierungen zu bekommen, dabei gibt es einen ganz einfachen Trick… merk Dir nur “Druffel”!

Ich humpel neulich meine gewohnte Hausrunde ab und bemerke plötzlich ein kleines Werbeplakat. “14. Volkslauf in Druffel“. Was oder wo ist bitteschön “Druffel”? Naja, zumindest wurde ein 10km-Lauf angeboten. “Das kann man ja mal einschieben”, dachte ich mir. Terminlich liegt Druffel leider genau eine Woche vor meinem Marathon aber, wie gesagt, die 10km sind irgendwie immer drin und ich finde bestimmt irgendwo einen schlauen Trainer, der mir sagt “10km Tempo am Sonntag vor einem Marathon ist GENAU das richtige”.

Freitag war ich noch schön mit Basti im Teuto, astrein jenseits der Laktatschwelle. 20km Vollgas durch den Berg, fast im Marathontempo und heute morgen fühlten sich meine Waden wie Backsteine an. Muskelkater begegnet man bekanntlich am besten mit einer kleinen Regenerationseinheit und ein 10km-Wettkampf bietet sich da ja praktisch an. 🙂 Am Vorabend dann noch auf einen 30’sten Geburtstag. 2-3 Bierchen und 4-5 Brastwürstchen fallen auch in die Kategorie “optimale Wettkampfvorbereitung”.

Im Vorfeld hatte ich mir die Ergebnisse des letzten Jahres angesehen und durfte mir eine halbwegs ordentliche Positionierung ausrechnen. Zweiter oder Dritter meiner Altersklasse sollte wohl drin sein.  Startnummer abholen und vorsichtig das Teilnehmerfeld checken. “Mist”, ein paar recht dunkelhäutige waren dabei, die üblichen verdächtigen Volkslaufjunkies und ein paar Jungs vom DJK machten mir ernsthaft Sorgen, ob ich meine angestrebte Platzierung packen könnte. Egal, ordentlich aufwärmen, Hauptsache den Muskelkater etwas in den Griff bekommen.

Startschuss und ab geht die Lutzie. Immer wieder interessant wie schnell viel loslaufen um dann nach 2-3 km komplett im Eimer zu sein. Zwei schnaufende Lokomotiven blieben dicht hinter mir und meinten mich dann auch noch überholen zu können. “LG Druffel” stand auf ihren Trikots. Aha, das waren als Locals, die sich hier nicht die Wurst vom Brot ziehen lassen wollten. Mir kam deren Tempo ganz gelegen und ich hing mich einfach hinten dran. Nach 6-7 Kilometern, waren wir dann nur noch zu zweit und der Typ vor mir kannte kein Erbamen. Schön hinten dran bleiben, “den leg ich mir zurecht”, “der läuft doch schon am Anschlag”, “auf den letzten 2km zieh ich an Dir vorbei” und ähnliche Gedanken trieben mich über die Piste. Naaajaaa… wenn man aber jemanden überholen will, dann muss der entweder langsamer werden oder man selbst muss schneller werden. “Ok, auf dem letzten Kilometer pack ich ihn mir”…. “400m reichen ja auch…”… “400m ist eigentlich quatsch, dann kann er ja noch reagieren”, “lieber erst auf den letzten 100m”… Plötzlich zog der einfach ab! “Das gibt’s doch gar nicht!!!!” “Ich könnte natürlich hinterher”, redete ich mir ein. “das wäre dann aber bestimmt nicht gut für den Marathon” war dann letztendlich meine ultimative Ausrede. Ich liess abreißen und kam 50m hinter ihm ins Ziel.

Trotzdem hatte ich den leisen Verdacht, meine Zielplatzierung vielleicht doch nicht gepackt zu haben. Schließlich konnte ich die Jungs in der erste Gruppe nicht eindeutig einer Altersgruppe zuordnen.

Als dann endlich die Ergebnisliste aushing, konnte ich es erst gar nicht glauben: 1 Platz der Altersklasse M35-40. Ich hab in meinem Leben -glaub ich- noch nie im Sport irgendwo einen ersten Platz gemacht. Darauf hab ich dann noch voller Stolz mit Uwe und einem alkoholfreien Weizen angestoßen.

Ach ja… der versprochene Tipp fehlt ja noch:

Such dir den Wettkampf einfach anhand der Teilnehmerzahl aus – je weniger, desto besser! 😉

Volkslauf Druffel

Der Volkslauf Druffel war eine super organisierte, tadellose Veranstaltung. Die Strecke garantiert zwar keine Bestzeit ist aber schön abwechslungsreich. Für 5 EUR gibt es den Start, eine Urkunde, einen Verzehrgutschein und ganz viel Herzblut der Veranstalter. Dankeschön an die SG Druffel. Breitensport par excellence. Ich komme nächstes Jahr wieder.

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